Balmflue Südwände MSL

Balmflue Südwände MSL
Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum: 9 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T4- – Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 5b (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags:  CH-SO
Zeitbedarf: 6:00
Zufahrt zum Ausgangspunkt: Siehe Beschrieb
Zufahrt zum Ankunftspunkt: Von Zürch kommend: Autobahnausfahrt Wangen a.A., Richtung Solothurn- nach Günsberg- Balm bei Günsberg-Ruine
 
 

 

Die Balmfluh Südwand befindet sich am Weissenstein, nördlich von Solothurn. Es hat viele Bäumchen in den Routen und die Touren sind sehr luftig. Die MSL sind für ihren alpinen Charakter sehr bekannt.

Nachdem ich unterwegs meinen Seilpartner aufgeladen hatte, ging es direkt nach Balm bei Günsberg zur Ruine.

Da der Einstieg nicht ganz so einfach zu finden ist, ein hoffentlich genauer Beschrieb: Wir gingen direkt auf den Wanderweg, welcher direkt beim PP beginnt. Wir liefen links bis zur Kreuzung. Dort nehme man den Weg, welcher nicht angeschrieben ist, rechts rauf. Kurz nachdem man dort hochgeht kommt ziemlich viel „Gestrüp“ durch das man einfach durchgehen muss, man sieht den Weg teilweise kaum noch. Um gegen die vielen Spinnweben anzukämpfen nahm ich mir einen Stock zu hilfe. Man folgt eine Weile einfach dem Pfad, bis ein Baum mit einem roten Pfeil nach rechts zeigend kommt. Diesem Pfeil folge man brav. Bald darauf geht es im Zickzack ziemlich rauf. Oben bei der Felswand kommt die Verzweigung, SW (nicht wirklich lesbar) gehts nach rechts, SG geht nach links. Man geht um ein paar Felskanten rum, und schon steht man am Einstieg.

Nun gehts los, das sollte noch ein Abenteuer werden.  Aber zuerst, welche Route nehmen wir? Es gibt glaub ich  4 oder 5. Bevor wir Einsteigen konnten, kamen noch drei Herren, welche schnell weg waren. Kurz nach diesen drei Herren kam noch eine sechser Gruppe und machte sich für den Einstieg parat.

Wir erwischten leider eine nicht ganz einfache Route. Am besten nimmt man die Route, welche auf dem Podest links beginnt, welche in eine Verschneidung geht.
Kurz nach dem ersten Stand steigt man über einen Felsen, dahinter kommt auf einem anderen Felsen der nächste Stand. Etwas unbequem, wir mussten uns den noch teilen, aber wir kamen gut aneinander vorbei.

Dann kommt die zweite richtige Seillänge. Eine herrliche 5a Wand. Das war übrigens die schönste SL in der Südwand! Genuss pur! Und da ich meinen ersten, und erst noch geschenkten Friend noch austesten wollte, tat ich das in der SL, es bot sich so schön an 🙂
Der nächste Stand muss selbst gemacht werden. Kommt man über die Klippe, gibt es einen schönen Baum der sich perfekt anbietet.
Um zum nächsten Einstieg zu kommen, muss man zu Fuss kurz weiterlaufen. Wir wählten die Route direkt an der Kante rechts. Eine schöne 5a Route, die man gut meistert, teilweise etwas schwierig da sie speckig ist. Der Stand empfielt sich direkt am Bäumchen oberhalb der Route zu basteln.
Hier geht man dann links über einen ziemlich ausgesetzten Grat. Eine luftige Sache, nicht ganz mein Ding. An der Wand machte ich den nächsten Stand um meinen Seilpartner nachzunehmen.

Und hier kommt die berüchtigte Stelle mit der 4c. Promt sind auch wir hier reingefallen, obwohl wir genau schauten, wo es hochgehen soll. Das ist nur bis zum „überhang“ eine 4c, danach ist das sonstwas. Nach vielem murksen, einer Pause und einigen bösen Wörtern war auch das geschafft. Wir verloren viel Zeit. Die Gruppe, die mit uns eingestiegen war, war immer etwa gleich weit wie wir. Zwei Seilschaften davon haben die 5a Route genommen und kamen teils mit, teils ohne grosses murksen hoch.
Unbedingt die Route nach dem Felsbrocken, links vom Baum nehmen. In der Route hat es weiter oben eine Verschneidung. Dort kommt man gut hoch, die meisten haben sich mit den Expressen beholfen.

Der Stand ist dann auf einem Podest, nicht ganz einfach zu finden, da es auch wenig Hacken hat, an denen man sich hätte orientieren können. Ein relativ luftiger Stand. Da die andere Seilschaft neben uns von der sechser Gruppe Probleme hatte, halfen wir kurzerhand aus und sicherten die junge Frau nach. Im Nachstieg nahm ich deren Seil gleich mit hoch.
Beim Stand oben muss man über die Felsen steigen und auf der anderen Seite runter. Der Weg ist auch da nicht ganz einfach zu finden. Es hat sehr viele Bäume und ist etwas unübersichtlich. Man geht links weg und steigt dort den Felsen entlang weiter. Gesichert werden kann nur noch mit Schlingen. Am besten macht man kurz vor dem Coulouar noch einen Stand. Im Coulouar selbst gibts nur noch einen einzigen Hacken. Der letze Stand ist dann wiederum an einem Baum wenn man aus der Rinne/ Coulouar steigt. Hier endet die Südwand.

Das Highligt, das Gipfelbuch, findet man gleich rechts an der Wand in dem Plastickbehälter. Mit freude trugen wir uns ein. Nach dem Krampf ein schöner Lohn!
Nun kamen auch die anderen der sechser Gruppe hoch und wir schlossen uns ihnen an, um abzusteigen. Wir kannten den Abstieg nicht und wollten nicht durch die Risi absteigen. Die Risi befindet sich direkt beim Ausstieg, rechts die Schotterschneise, unterhalb vom Turm. Der Weg führt direkt dort hinein.

Wir stiegen stattdesen mit der Gruppe hoch, gleich neben dem Gipfelbuch, oben weiter bei der roten Markierung. Man kommt kurz durch eine Schneise. Oben geht man kurz linkerhand über ein Grätchen. Vorsicht, nicht zu weit gehen, es kommt dann ein Abstieg links, dem sollte man folgen. Wer zu einem hohen auffallenden Steinmännchen kommt, ist bereits zu weit! Dort gehts weiter zum Ostgrat, aber wir wollen ja runter. Man folgt somit immer dem Pfad, der immer mal wieder links und rechts geht. Irgendwann kommt dann eine Kurve um einen Felsen, dort geht man dann wieder links runter. Später kommt dann eine kurze Wiese mit einem Trog für das Vieh und dann kommt man auf einen Waldweg. Vorsicht, dort kanns auch noch bei 25 Grad sehr rutschig sein! Einige von uns kamen dort kurz ins rutschen, mich hats voll umgehauen trotz guten Schuhen! Nach dem Waldweg kommt man direkt auf die „Hauptstrasse“, welcher man rechts folgt, so kommt man direkt zurück zur Ruine.

Fazit: Diese Tour ist nichts für Einsteiger und Personen mit Höhenangst! Die Seilschaft, welche Mühe hatte, kämpfte genau mit diesen Problemen. Ansonsten ist es eine schöne luftige Tour, welche doch auch für ziemliches Andrenalin sorgen kann, erwischt man nicht die Richtige Seillänge. Stellenweise ist es speckig, aber es gibt auch viele schöne Griffe und Tritte. Auch wenn es eine einfache 5b Tour ist, sie ist nicht zu unterschätzen!

Für uns endete der Tag anschliessend mit Pizza und Bier, wo wir die Tour Revue passieren lassen konnten 🙂



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.