Galenstock via SE- Sporn 3586

Galenstock via SE- Sporn 3586
Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 18 Juli 2016
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: 3 (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags:  CH-UR   CH-VS
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 911 m
Abstieg: 911 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt: PP gegenüber Hotel Furkablick Kleiner PP bei P2280
Unterkunftmöglichkeiten: Sidelenhütte
 
 

 

Der Galenstock befindet sich direkt auf der Kantosgrenze UR/VS. Wir wollen den Gipfel via Südsporn besteigen.

Hüttenzustieg: Entweder kann von P2280, kurz nach Bielenstaffel, aufgestiegen werden. Das sind 395hm und ca. eine Std.
Ich wählte den Aufstieg direkt vom Furka aus, beim Hotel Furkablick. Gegenüber gibts einen grossen PP. Das sind dann 248hm in ca. 1, 20 Std.

Ich steige pünktlich zum Abendessen hoch und treffe dort meinen Tourenpartner. Die Hütte ist sehr gut besucht, dementsprechend ist was los dort oben. Sehr familiär, man tauscht sich aus. Wir sind die einzigen die am nächsten Morgen via Südsporn aufsteigen.

Frühstück am nächsten morgen gabs um 04.15, Abmarsch 5.00.
Tour: Wir steigen erst ab zum kleinen See und halten uns dann Richtung Hanibal. Der ist schon beeindruckend. Wir halten uns östlich und steigen Richtung P3013 auf. Es ist ganz schön steil, gemäss Karte hatte ich mir das weniger steil vorgestellt. Dementsprechnend schnaufe ich mal wieder…
Wir steigen über erste Felsvorsprünge und gehen über das nächste, steile Firnfeld. Dann folgen die nächsten Felsvorsprünge welche wir überklettern/steigen. Wir halten uns immer rechts, östlich. Am Schluss gehts über Schnee um die Ecke und wir stehen vor dem Einstieg. Der ist gut zu erkennen.

Die ersten zwei SL sind gut zu klettern. Dann folgt ein längeres Stück Gehgelände/Block. Dort ist etwas Vorsicht geboten, auch scheinbar grosse und gute Blöcke können lose sein. Ich erlebte zwei Schreckmomente. Wir sind eine ganze Weile im Südsporn, bis wir oben angelangen und erstmal eine kurze Esspause einlegen.

Dann gehen wir weiter auf dem Galengrat in nördliche Richtung. Ziemlich bald gelangen wir zum Felsgelände kurz oberhalb des Ausstieges vom Südsporn. Dort errichten wir unser Materialdepot. Dummerweise haben wir beide unsere Fotoapparate nicht mitgenommen, somit keine Gipfelfotos.

Wir maschieren alles Richtung Gipfel, das letzte gemeine steile Stück hoch, zum Glück nicht lange. Eine kurze Traverse, und wir stehen oben! Die grosse Wächte ist eindrücklich. Wir begutachten den nördlichen Grat, eine weitere Möglichkeit hier abzusteigen. Wir sehen zwei Hüttenkameraden dort unten, welche wohl über die Bielenlücke zurückkommen werden.

Nach einer kurzen Weile steigen wir wieder über den Galengrat ab, sammeln unsere Sachen beim Depot ein und steigen weiter ab Richtung P3113. Wir halten uns östlich, vorsicht aber vor den grossen Wächten!!
So stossen wir direkt auf die Abseilstelle, die ist sehr gut zu finden.
Der Stand der Abseilpiste ist allerdings exponiert, das flösst mir immer grossen Respekt ein. Die Piste ist sehr gut eingerichtet, Deluxe würde ich mal sagen. Wir haben mein 50m Zwillingsseil dabei und können jeden zweiten Stand überspringen. So müssen wir nur dreimal abseilen. Die Stände sind wirklich super eingerichtet! Beim zweiten Stand ist links ein Fixseil, dieses ist nicht zu benutzen. Wir können schön bis über den Bergschrund abseilen.

Nun gehts direkt zurück zur Hütte, mal auf dem Hosenboden, mal surfend mit den Bergschuhen. Wir sind beide kaputt und lechzen nach einem erfrischenden Bierchen.

Hütte: Die Sidelenhütte ist sehr klein und eng, aber sehr familiär. Es ist kein Trinkwasser verfügbar (ausser man kauft sich eine Flasche Wasser). Es gibt einen kleinen, gemischten Waschraum mit drei Wasserhanen. Zwei Toiletten befinden sich ausserhalb der Hütte. Das Hüttenwarts-Paar ist sehr freundlich und zuvorkommend.

Fazit: eine herrliche und abwechslungsreiche Hochtour! So eine Tour mit klettern und abseilen ist schon etwas ganz anderes. Seit dem Grassen habe ich Blut geleckt für solche kombinierte Touren.

 



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